Tatort Deutschland. Fast jede Minute wird eingebrochen. Alle 90 Sekunden wechselt ein Rad den Besitzer. Alarmierend. Fühlen Sie sich rundum sicher? Viele Haus- und Wohnungsbesitzer haben darauf ein paar schnelle Antworten: „Bei uns wird schon nicht eingebrochen!“ –„Ich bin ja versichert!“ – „Bei mir gibt´s sowieso nichts zu holen!“ Folgenschwere Vorurteile, die Sie schnellstens vergessen sollten. Genau diese Sorglosigkeit ist es, die der Polizei Sorgen macht und die von Kriminellen dreist bis brutal ausgenutzt wird.mehr erfahren!

Geschichte

Zeitungsartikel: Füth geht – noch nicht so ganz (Werdener Nachrichten Nr. 40, 1. Oktober 2004)

Zeitungsbild

Seit 1866 hat das Geschäft Füth Bestand, am Freitag hört der letzte Füth fast auf. Der Eisenwarenladen auf der Abteistraße gehörte früher auch "gefühlt" zum Klemensborn. Früher wurden dort auch die mit Messingstange umrandeten Herde der Marke Küppersbusch verkauft. Ein altes Foto zeigt emaillierte Wasserkessel, Petroleumlampen und Porzellan. Damals war Füth noch Haushaltswarengeschäft. Davor standen für Photographen die altvorderen Füths in Rüschenschürze und gestärkten Halskrausen bereit zur Aufnahme.

Mittlerweile ist der Laden kleiner und spezialisierte sich auf Eisenwaren, die auch einzeln zu haben sind. Jeder, der hier eine Schraube kaufte, schien auch ein persönliches Gespräch verdient zu haben. Wer Türen nicht nur verschließen, sondern auch öffnen kann, dessen Hilfe wird bei verlorenen Schlüsseln gern in Anspruch genommen. In Werden jedenfalls kennt Paul-Wilhelm Füth viele Türen in allen Zuständen. Was ihn auszeichnet, ist seine heitere Art, damit umzugehen. Paul-Wilhelm Füth erinnert sich, auf Geheiß eines Schiedsmanns auch mal eine falsche Wohnung aufgebrochen zu haben. "War das ein Ding. Und der sagt noch, blöd, dass die kein Klingelschild hat. Und als wir drin waren, meinte der Schiedsmann: Och, nee, das war die falsche! Der wollte direkt wieder gehen. Und das Schloss war ausgerechnet so eins, das wird überhaupt nicht mehr hergestellt. Das war natürlich kaputt." Wenn er sich diese Reparatur und an einiges andere erinnert was ihn mit Werdenern in Not verbindet, dann rettet beide Seiten nur noch, dass er bisweilen in seinem alten Laden aushelfen wird.

Michael Gerdiken hat im elterlichen Betrieb in Altenessen gelernt. "Es wird alles beim Alten bleiben", verspricht der neue Inhaber aus Altenessen. Auch der Firmenname bleibt. Nur ein neuer Schlüsseltyp wird dazukommen. "Die Dinger hier" - und er zeigt der Reporterin etwas, das auf Basis von Schweizer Käsesorten zu beruhen scheint.